Die Swisscom informiert Kunden im Ausland ab sofort per SMS über die höheren Tarife. Dadurch hofft sie auf zufriedenere Kunden. Der Bundesrat dürfte entzückt sein: Die Swisscom führt einen neuen Dienst ein für Kunden, die ihr Handy ins Ausland mitnehmen. Sobald sich das Handy ins ausländische Mobilfunknetz einklinkt, informiert die Swisscom per SMS über die höheren Gebühren im jeweilige Land. Falle Handysurfen Genau das fordert die Regierung in einem neuen Verordnungsentwurf, der sich derzeit in der Vernehmlassung befindet. Durch die bessere Information sollen böse Überraschungen vermieden werden. Zuletzt hatten sich die Fälle gehäuft, in denen Handynutzer nach einem Auslandaufenthalt bis zu hundert Mal höhere Rechnungen erhalten haben. Schuld war meist das Handysurfen. Die Ex-Monopolistin senkt gleichzeitig den Preis fürs Surfen im Ausland von 14 auf 10 Franken pro Megabyte (dafür kann man 20 Webseiten anschauen oder 200 E-Mails ohne Anhang lesen). Der Preis pro heruntergeladenes Musikstück fällt von 50 auf 35 Franken. Bei Orange kostet das Megabyte 8 bis 15, bei Sunrise 15.60 Franken. Per 1. Juli lanciert die Swisscom zudem eine Option speziell für Vielsurfer wie etwa iPhone-Nutzer. Für eine monatliche Gebühr sinkt der Preis pro Megabyte auf 2 Franken (in Ländern der EU). Auch Telefonieren und SMS schreiben im Ausland wird billiger. Auch Orange und Sunrise verfügen über Optionen, mit denen das Surfen im Ausland günstiger wird. Für billigeres Telefonieren und Simsen braucht es bei ihnen allerdings eine Extra-Option. Swisscom will Image-Punkte schinden Der vorauseilende Gehorsam der Swisscom bei den Auslandtarifen hat Programm: Sie erhofft sich hier Bonuspunkte fürs Image. Christian Petit, Leiter des Privatkundengeschäfts, erklärt: «Es ist uns wichtig, nicht überall teurer als die Konkurrenz zu sein.» Im Ausland bietet die Swisscom seit knapp zwei Jahren die günstigsten Standardtarife an. Selbst inklusive Optionen ist sie – je nach Nutzungsverhalten – vorne mit dabei. Im Inland will sie «leicht teurer» als Orange und Sunrise sein, dafür mehr Service bieten. Ein Grund für das Engagement der Swisscom bei den Auslandtarifen dürfte auch sein, dass diese Tarife für besonders viel Ärger bei den Kunden sorgen. Ärger, der sich nicht lohnt. Die Marge der Telecomfirmen am Umsatz ihrer Kunden im Ausland ist relativ gering. Den Löwenanteil garnieren die lokalen Mobilfunkbetreiber. Umgekehrt verdienen die Schweizer Anbieter sehr gut an Besuchern, die ihr ausländisches Handy hier nutzen. Fazit: Unter dem Strich wiegen die zusätzlichen Einnahmen im Ausland den Frust der treuen Kunden einfach nicht auf.